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Was die Solinger evangelischen Gemeinden aktuell verabredet haben
EVANGELISCHER KIRCHENKREIS SOLINGEN
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Solingen, 13. März 2020

Presseinformation

Evangelische Kirche und Corona-Krise
Viele Veranstaltungen werden verschoben oder abgesagt.
Auch die Evangelische Kirche in Solingen ergreift strenge Maßnahmen, um in der gegenwärtigen Corona-Pandemie das Risiko von Infektionen zu mindern. Das hat heute eine Konferenz der Vertreterinnen der zehn evangelischen Kirchengemeinden, des Kirchenkreises und des Diakonischen Werks Solingen ergeben. Zwar müssen die einzelnen Kirchengemeinden und der Kirchenkreis für ihre Bereiche in je eigener Verantwortung über notwendige Maßnahmen entscheiden. Das heutige Treffen hat aber vereinbart, mit einem gemeinsamen Vorgehen der gegenwärtigen Herausforderung zu begegnen. „Wichtigster Maßstab für unser Handeln ist der weitgehende Schutz von Menschen mit höherem Lebensalter und Vorerkrankungen sowie die Minderung der Infektionsgeschwindigkeit, damit unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird“, erklärt Thomas Förster, Pfarrer für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Solingen. „In dieser beispiellosen Situation ist es auch ein christliches Gebot, sich an der Sorge für die Schwächsten zu orientieren und Ansteckungsrisiken zu begrenzen.“

So werden zunächst bis Ende April die Häuser der zehn Kirchengemeinden für Veranstaltungen aller Art mit Ausnahme von Gottesdiensten geschlossen. Öffentliche Veranstaltungen der Gemeinden wie Konzerte, Theateraufführungen, Seminare, Gesprächskreise oder Seniorennachmittage finden in diesem Zeitraum nicht statt. Auch für Veranstaltungen Dritter, die in Räumen der Evangelischen Kirche in Solingen geplant waren, sollen die Häuser geschlossen bleiben.

Eine Ausnahme soll es aber geben: Gottesdienste sollen falls möglich weiterhin angeboten werden. Voraussetzung muss allerdings sein, dass die strenge Einhaltung der gegenwärtig gebotenen Hygieneregeln gewährleistet werden kann. Dazu gehört vor allem die dringende Aufforderung dem Gottesdienst fernzubleiben, wenn man Kontakt mit Menschen aus Risikogebieten hatte oder wenn man selber in einem Risikogebiet unterwegs war. Auch Menschen mit unspezifischen Krankheitssymptomen werden aufgefordert, kirchlichen Räumen fernzubleiben. Außerdem muss sichergestellt werden, dass zwischen den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern ein ausreichender Abstand von mindestens einem Meter gewahrt werden kann. Eine gute Belüftung des Kirchraums muss gewährleistet sein. Auf die Austeilung von Gesangbüchern wird verzichtet, stattdessen werden wo möglich die Liedtexte per Beamer projiziert. Türen sollen offengehalten werden, um den Kontakt mit Handflächen vermeiden zu können. Auch auf die Feier des Abendmahls wird zunächst bis Palmsonntag (5.4.2020) überall verzichtet. Ob ein Gottesdienst in den vor Ort gegebenen Räumlichkeiten und unter diesen Bedingungen wirklich stattfinden kann, muss nun jede Kirchengemeinde noch einmal genau prüfen. Wo die notwendigen Hygieneregeln nicht eingehalten werden können, soll es auch keinen Gottesdienst geben. Auch der wöchentliche Gottesdienst am Sonntag im Städtischen Klinikum wurde durch die Klinikleitung bereits untersagt, weil der Besuch von außerhalb in allen Kliniken möglichst unterbleiben soll.

Die evangelischen Gemeinden weisen ausdrücklich darauf hin, dass in dieser schwierigen Zeit Rundfunk- und Fernsehgottesdienste eine gute Alternative zum eigenen Kirchgang darstellen können. „Wer sich Sorgen macht um seine Gesundheit, braucht sich nicht verpflichtet zu fühlen, trotz Corona zur Kirche zu kommen“, betont Pressepfarrer Förster.

Bei Taufen werden die Pfarrerinnen und Pfarrer das Gespräch mit den Tauffamilien suchen, um zu klären, ob für die kommenden Wochen geplante Tauftermine besser verschoben werden sollten. Zunächst bis zum Ende der Sommerferien werden keine neuen Tauftermine vergeben.

Auch die für die kommenden Wochen lange geplanten Konfirmationsgottesdienste werden in allen Gemeinden verschoben und erst nach den Sommerferien nachgeholt. Der Konfirmationsunterricht sowie Jugendgruppen werden nicht stattfinden, solange der Schulunterricht pausiert. Freizeiten, die geplant waren, fallen zunächst bis Ende April ebenfalls aus.

Wie alle Kitas ihn NRW bleiben auch die 14 evangelischen Einrichtungen mit insgesamt 750 Plätzen ab der kommenden Woche geschlossen. Wann die Schließung genau in Kraft tritt, ist zur Stunde noch nicht abschließend entschieden.

Die Evangelische Kirche in Solingen weist daraufhin, dass in dieser Zeit das Telefongespräch eine wichtige Alternative zur persönlichen Begegnung darstellt. Sie lädt darum Menschen aus den Gemeinden, die das seelsorgliche Gespräch suchen, ausdrücklich ein, sich telefonisch an ihre zuständige Pfarrerin oder ihren Pfarrer zu wenden. Das betrifft besonders auch Menschen in Kliniken oder Alteneinrichtungen, die wegen der staatlich beschlossen Beschränkungen keinen Besuch mehr erhalten können.
Mit freundlichen Grüßen Thomas Förster